Gedanken unserer Bürgermeisterin zum Dachstuhlbrand in der Silvesternacht

Nachfolgend veröffentlichen wir hier Gedanken unserer Bürgermeisterin zum Dachstuhlbrand in der Silvesternacht.

Brand eines Dachstuhls in der Silvesternacht


Im letzten Amtsblatt des vergangenen Jahres wurde auf die Gefahren, die insbesondere für die alten Gebäude in den Ortskernen durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern entstehen können, hingewiesen, und die aktuell geltende Gesetzeslage dargestellt. Auch wenn die Brandursache bisher nicht geklärt ist, so liegt doch die Vermutung nahe, dass auch der Brand des Dachstuhls eines Mehrfamilienhauses im Kohlruß am Marktplatz in der Silvesternacht durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst wurde.

 

 

In der Silvesternacht, um 00:50 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Liederbach sowie Einsatzkräfte weiterer  Freiwilligen Feuerwehren des MTK mit den beiden Drehleitern aus Bad Soden und Schwalbach sowie die Höhenrettungsgruppe zu einem Einsatz in Liederbach alarmiert. Gemeldet wurde ein brennender Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses im Kohlruß (Marktplatz).

Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte waren bereits Feuer und Rauchentwicklung im Bereich des Daches zu erkennen. Das Feuer breitete sich in den ersten Minuten schnell aus und erfasste ca. 1/3 des Daches. Die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Soden wurde umgehend in Stellung gebracht und ein Außenangriff eingeleitet. Parallel fanden Erkundungsmaßnahmen statt, und die betroffenen Dachgeschoßwohnungen wurden geöffnet. Um den Brand, welcher sich im Dämm-Material des Daches ausgebreitet hatte, effizient bekämpfen zu können, musste das Dach großflächig geöffnet werden. Hierzu kamen zahlreiche Trupps unter schwerem Atemschutz sowie die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Schwalbach zum Einsatz. Die Arbeiten gestalteten sich sehr zeitintensiv un dauerten bis in die frühen Morgenstunden des Neujahrstages.

Die Bewohner der Dachgeschoßwohnungen konnten unverletzt ihre Wohnungen verlassen bzw. waren zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers nicht in ihren Wohnungen. Soweit notwendig, wurden die Betroffenen vorübergehend in der Seniorenbegegnungstsätte des DRK Ortsvereins Liederbach betreut.

Insgesamt waren mehr als 100 Einsatzkräfte vor Ort tätig, die durch den DRK Ortsverein Liederbach sowie den Maltesern aus Kelkheim-Fischbach versorgt wurden.

Nach Abschluss der Löscharbeiten wurden noch die notwendigenAufräumarbeiten durch die Einsatzkräfte durchgeführt. Zudem wurde das Gebäude durch das THW Hofheim vor Wetter und Absturz von Dachteilen gesichert. Die Ursache des Brandes ist noch unbekannt. Ein Feuerwehrmann wurde leicht verletzt. Eine Wohnung ist vorübergehend nicht mehr bewohnbar. die Polizei schätzt den Sachschaden auf ca. 140.000 Euro. Der EInsatz war am 1. Januar um 10:30 Uhr beendet.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle allen beteiligte Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren im Main-Taunus-Kreis, der Höhenrettungsgruppe, sowie den Einsatzkräften von THW, DRK Liederbach und den Maltesern, deren Engagement es zu verdanken ist, dass ein noch größeres Unglück verhindert und die betroffenen Personen sowie die Einsatzkräfte versorgt und betreut wurden.

Es war sehr beindruckend zu sehen, wie viele Einsatzkräfte in kürzester Zeit zusammengezogen werden konnet, um schnell und effizient zu helfen - und das in der Sivesternacht, und nachdem zuvor bereits andere Einsätze gefahren werden mussten ....

Mein Dank und mein großer Respekt gilt Ihnen Allen !

In eigener Sache


In Hessen gibt es nur 6 Berufsfeuerwehren, nämlich in Frankfurt am Main, Offenbach, Gießen, Kassel, Wiesbaden und Darmstadt. Und auch dort unterstützen ehrenamtliche Helfer die hauptamtlichen Kräfte bei EInsätzen In den meisten deutschen Städten und Gemeinden wird der Brandschutz von einer Freiwilligen Feuerwehr übernommen, so auch in Liederbach. Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr haben dabei die gleichen Aufgaben wie eine Berufsfeuerwehr, die gesetzlich geregelt sind und auch international so zusammengefasst werden: Retten, Löschen, Bergen, Schützen


Der Einsatz in der Silvesternacht hat gezeigt, wie wichtig es ist, das es in unserem Gemeinwesen auch in Zukunft genügend Männer und Frauen gibt, die sich dieser Aufgabe im Ehrenamt stellen. Bei der Feuerwehr können alle mitmachen: Für jeden gibt es eine Möglichkeit, sich unter dem Dach der Freiwilligen Feuerwehr, sei es in der Einsatzabteilung oder im Feuerwehrverein zu engagieren. Alle Kenntnisse und Fähigkeiten und natürlich auch finanzielle Unterstützung werden gebraucht und können hier sinnvoll eingesetzt werden. Nicht nur unsere Kinderfeuerwehr und die Jugendfeuerwehr sind gute Beispiele dafür, wieviel Spass der Dienst für die gute Sache macht !

Die Freiwillige Feuerwehr ist ein Aktivposten in unserer Gemeinde, sie ist für uns alle wichtig - in vielerlei Hinsicht !

Deshalb: Seien Sie dabei ! - Machen Sie mit !


Eva Söllner - Bürgermeisterin - Liederbach im Januar 2014

 

   

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