Übung Rheinfeuer in Speyer

Bereits um 06.00 morgens brachen Kameraden der Dekontaminationseinheit für Personen (Dekon-P) der Liederbacher Feuerwehr zu einer Übung der ganz besonderen Art am Samstag, dem 11. Oktober 201 auf: Es galt die zivil-militärische Zusammenarbeit im Rahmen einer vom Main-Taunus-Kreis und der Bundeswehr großangelegten Einsatzlage in Speyer zu erproben.DSC 1130

 

Auf dem Gelände des Wasserübungsplatzes der Bundeswehr wurde eine Hochwasserlage angenommen. Durch Eindringen von Rheinwasser in ein Chemiewerk kam es zu einer unerwarteten chemischen Reaktion in deren Folge das Chemiewerk zerstört wurde. Es wurden dabei nicht nur unbekannte Substanzen freigesetzt, sondern auch 40 Mitarbeiter verletzt und zum Teil mit Chemikalien kontaminiert.

Somit war der Einsatz des Gefahrstoffzuges des Main-Taunus-Kreises mit allen Teileinheiten wie Erkundungsgruppe, Gefahrstoffeinheiten, Dekontaminationseinheiten für Personen, Verletzte und Geräte sowie drei  überörtlichen Löschzügen erforderlich. Begleitet wurden die Einheiten von Kräften des Rettungsdienstes und der Technischen Einsatzleitung des MTK.

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Auf Seiten der Bundeswehr waren Spezialeinheiten der Pioniere mit Amphibienfahrzeugen, ein ABC-Abwehrbataillon u.a. mit Spürpanzern sowie Teile eines Lazarett Regiments im Einsatz.

In Speyer angekommen wurde nach Bekanntgabe der Lage zunächst das  weitläufige auf einer Altrheininsel liegende Einsatzgebiet erkundet und die jeweils optimale Position der Teileinheiten festgelegt.

Der Einsatz erfolgte jeweils parallel zu den Einheiten der Bundeswehr, was eine intensive Kommunikation aufgrund unterschiedlicher Organisationsstrukturen und Geräte und erforderlich machte.

Durch die Kräfte der Feuerwehr Liederbach wurde die Anlage zur Personendekontamination in Stellung gebracht, da mit einer zunächst unbekannten Anzahl von kontaminierten Betroffenen und auch Einsatzkräften gerechnet werden musste. Die Betroffenen bzw. Verletzten wurden über den Rhein mit Amphibienfahrzeugen angelandet und durch einen Bundeswehrarzt zunächst gesichtet sowie der Dekontamination zugeteilt. In Absprache mit der Bundeswehr wurden im Verlauf der Übung die kontaminierten Einsatzkräfte der Feuerwehren der Dekontamination durch die Bundeswehr und die Zivilpersonen der Dekontamination durch die Feuerwehr Liederbach zugeführt. Die gegenseitige Verständigung und Unterstützung der zivilen sowie militärischen Einheiten bis hin zum Austausch von Geräten klappte auf der Arbeitsebene hervorragend. Insgesamt wurden so bis zum frühen Nachmittag 25 Personen durch die zivil-militärische Dekontaminationsanlage geschleust, um sie anschließend an eine Betreuungseinheit zu übergeben. DSC 1344Einschließlich des Abbaus der Anlage und der Rückfahrt nach Liederbach ging für die insgesamt 16 Liederbacher Einsatzkräfte gegen 20.00 ein anstrengender aber sehr erkenntnisreicher Tag zu Ende. 

   

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